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TV-Übertragung mit Hindernissen!

Kómban wá!


In den letzten Wochen ist nun wirklich nichts mehr passiert, was es würdig gewesen wäre, hier festgehalten zu werden. So wie ich es mir in meinem letzten Eintrag gewünscht hatte. Es waren wirklich schöne ruhige Tage, doch natürlich wusste ich, dass dies nicht so bleiben würde. Denn schon am letzten Wochenende kam es wieder zu einer Episode, die mich kurzfristig am Verstand meiner lieben Kollegen hat zweifeln lassen.

Es war Samstagabend und ich saß, wie so oft, mit einem guten Buch in meinem Sessel im hinteren Teil des Wohnzimmers, während Ken, Omi und Yohji sich entschlossen hatten sich die Übertragung des Fußball-Länderspiels anzusehen. Ja der Fan-Virus der während der WM von Ken auf Omi und Yohji übergesprungen war, hält, wie ich zu meinem großen Bedauern feststellen muss, immer noch an. Ich sah also einem Abend voll schriller Anteilnahme und unqualifizierten Bemerkungen, sieht man mal von Ken ab, entgegen. Natürlich hätte ich mich auch in mein Zimmer zurückziehen können, aber ganz entgegen der üblichen öffentlichen Meinung über mich, die auch meine Freunde vertreten, bin ich eigentlich nicht der absolute Einzelgänger der ich immer zu sein scheine. Es fällt mir schlicht und ergreifend schwer mich für die Dinge zu interessieren, für die sie sich interessieren. Wodurch ich wohl oft abweisend und unnahbar wirke. Aber gut… ich sehe keine Veranlassung diesen Irrtum aufzuklären, denn so hab ich ihre Gesellschaft, aber trotzdem meine Ruhe. Und den Fernseher kann ich beim Lesen perfekt ausblenden.

Es war also ziemlich genau 20 Uhr, als die Bande das Wohnzimmer stürmte und sich auf dem Sofa nieder ließ. Ich sah nur kurz auf und wandte mich dann wieder meinem Buch zu. Ich machte mich innerlich schon bereit meinen üblichen Kommentar, von wegen sie säßen nur 2 m vom Fernseher entfernt und nicht in der Küche, könnten ihn also ruhig etwas leiser machen, von mir zu geben, doch… alles was mich empfing war Stille. Kein Kommentator der aufgeregt in sein Mikrophon brüllte, kein Spieler, der hilflos eine unsinnige Antwort auf eine noch unsinnigere Frage stammelte und noch nicht mal das aufgeregte Stimmengewirr der drei. Nur tiefe, undurchdringliche Stille.

Von dieser Tatsache mehr als verwirrt sah ich doch wieder auf und stellte zu meiner Überraschung fest, dass der Fernseher immer noch aus war. Ich konnte die Gesichter meiner Mitbewohner leider nicht sehen, da sie mit dem Rücken zu mir saßen, so dass ich nicht sagen konnte ob sie ihn mit Absicht noch nicht angemacht hatten oder ob etwas anderes dahinter steckte. Doch natürlich wusste ich, dass ich die Antwort auf diese Frage schon bald erhalten würde. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis Yohji mehrmals mit Nachdruck auf den On-Knopf an der Fernbedienung drückte und dann ein ungläubiges „Warum funktioniert das nicht“ hervorstieß.

„Wie es funktioniert nicht?“, fragte Ken daraufhin ebenso ungläubig. Er sah zum Fernseher und bemerkte wohl, dass das Stand-By-Lämpchen gar nicht leuchtete. Kopfschüttelnd brummte er etwas wie ‚Kann ja auch gar nicht’, stand auf und betätigte den Knopf. Doch… erneut rührte sich nichts. „Mmh… komisch.“, meinte er daraufhin und musterte das schwarze Gerät skeptisch. „Vermutlich ist er kaputt.“, konnte ich mir nicht verkneifen zu sagen. Ruckartig fuhren drei Köpfe zu mir herum und drei Augenpaare sahen mich mit ungläubig ja fast schon entsetzt an. Dann fuhren die Köpfe zum Fernseher zurück und wie auf Kommando brach Hektik los.

Ein kaputter Fernseher, etwa 10 Minuten bevor ein wichtiges Länderspiel anfing, bei drei Fußballverrückten Narren. Das kam der Aussicht auf das direkt bevorstehende Armageddon gleich. Aufgeregt riefen sie durcheinander. Yohji wies Omi in strengem Ton an, er solle das Gerät reparieren, woraufhin dieser in fast weinerlichem Ton zurückgab, dass er zwar mit PCs umgehen konnte, aber kein Fernsehtechniker sei. Während dessen trat Ken auf den Fernseher zu, rüttelte an ihm, drückte sämtliche Knöpfe und klopfte sogar zweimal gegen die Bildröhre. Dieses Gebaren entlockte selbst mir ein leises Schmunzeln. Das Buch lag mittlerweile unbeachtete in meinem Schoß. Das hier war doch soviel interessanter. Zumal ich von meinem Platz aus, auch bequem am Fernseher vorbei zu dessen Rückseite und der Wand dahinter schauen konnte und mich fragte, wie lange die drei wohl brauchen würden, bis sie herausfanden, dass ein Fernseher ohne Strom eben nicht lief und sie schon den Stecker in die Steckdose stecken müssten um ihm Leben zu entlocken.

Es war wirklich erheiternd wie sie völlig kopflos durch das Wohnzimmer schwirrten und alle möglichen Theorien aufstellten was denn nun zu tun sei. Ich sah mir das eine ganze Weile an. Mittlerweile war es halb neun und die drei wurden immer ungeduldiger und hektischer. Schließlich konnte man schon mindestens 15 Tore und ebenso viele Fouls verpasst haben. Erst als Yohji Ken anwies das Telefonbuch zu holen, denn jetzt müsste sofort ein Techniker her, entschloss ich mich einzugreifen und stand auf. „Das lasst ihr schön bleiben. Ein Techniker um die Zeit an einem Wochenende kostet ein kleines Vermögen.“, sagte ich streng und lehnte mich mit der Hüfte gegen die Sofalehne.

„Aber…aber… aber… das Spiel.“, stammelte Omi und sah mich mit Tellergroßen blauen Augen an, die auffallend glasig waren. Ein Grinsen zuckte in meinen Mundwinkeln, doch ich unterdrückte es, beugte mich stattdessen zu Omi rüber und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Daraufhin lief er wie auf Kommando feuerrot an und schlug sich die Hand vor den Mund, als hätte ich ihm gerade einen schmutzigen Witz erzählt. Yohji und Ken bekamen davon nicht das Geringste mit, denn sie waren immer noch in eine Diskussion vertieft was nun statt eines Technikers zu tun sei und ob sie nicht vielleicht irgendjemanden kennen würden, der sich mit Fernsehern auskannte.

Während sie gerade beratschlagten ob sie den Fernseher denn nicht einfach mal aufmachen sollten, um nachzusehen ob man nicht doch irgendwas machen könnte, auch ohne Sachkenntnis, huschte Omi, immer noch von ihnen unbemerkt, hinter das Gerät und steckte es wieder ein. Woraufhin es, oh Wunder der Technik, auch wieder funktionierte. Mit einem leisen Knistern, flammte die Bildröhre auf und sofort durchschnitt die aufgeregte Stimme des Kommentators die Stille. Ungläubiges Schweigen von Ken und Yohji war die Folge. Sie sahen erst zum Fernseher, dann zu Omi, dann zurück zum Fernseher und wollten dann wissen wie er das gemacht hatte. Dieser saß mittlerweile wieder auf dem Sofa und grinste sie mit Unschuldsmiene an, als könnte er kein Wässerchen trüben. „Ich bin halt ein Genie.“, sagte er im Brustton der Überzeugung, während er mir unbemerkt einen schnellen Blick zuwarf. Ob dieser nun dazu diente mir zu danken, oder mich davon abzuhalten ihnen die Wahrheit zu sagen, weiß ich nicht.

Doch dieser Blick und die Blicke von Ken und Yohji, als hätte sie ein Bus überrollt, entlockten mir nur doch ein leises Schmunzeln. Irgendwie nimmt der Kleine immer mehr Züge von Yohji an, was das ins Licht stellen der eigenen Fähigkeiten, ob in diesem Fall vorhanden oder nicht, anging. Ich entschloss mich dazu nichts mehr zusagen, außer bereits oben erwähnten Kommentar über die Lautstärke und zog mich in meinen Sessel und somit zu meinem Buch zurück.

Tja… die drei sind zum Teil besser als jedes Theaterstück. In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute.

Sayonára
Aya

 

@Yu-chan: Ich muss Ihnen mehr als Recht geben. Ich bin auch sehr froh, dass dieses Projekt nun weitestgehend anonym ist. Sonst hätte ich viele Dinge wohl nicht geschrieben. Gerade auf diesen heutigen Bericht hätten Sie wohl verzichten müssen. Nun es kann ab und zu eine Weile dauern, bis man wieder etwas Neues von mir hört, denn ich habe nicht immer Zeit und kann auch nur etwas schreiben, wenn die drei nicht zu Hause sind und niemand den Gemeinschafts-PC im Wohnzimmer benutzt. Vielleicht sollte ich mir in nächster Zeit mal einen Laptop zulegen.

@Ran: Nun… also eigentlich sehe ich mich nicht als Vorbild. Ich habe nur eine Abneigung gegen kindisches Handeln. Aber ab und zu geht diese kindische Ader eben auch mit mir durch.
Natürlich wäre es ein leichtes für Omi hinter meine Weblog-Adresse zu kommen. Da hege ich gar keinen Zweifel. Aber da er sehr an seinem Leben und außerdem an seinem PC und seiner Mangasammlung hängt, würde er sicher nicht mal im Traum daran denken es auch nur zu versuchen. Er weiß, dass er zumindest die letztere beiden Sachen verlieren würde, sollte er es auch nur versuchen. Er ist intelligent genug um meine Warnung erst zu nehmen und es auch nicht hinter meinem Rücken zu versuchen. Also ist dieser Blog sicher.
Nun ich halte recht viel von Höflichkeit und ich habe eine Abneigung dagegen Menschen zu duzen, die ich nicht kenne. Also werde ich bis auf weiteres, beim formellen Sie bleiben. Ich kann Sie natürlich nicht dazu zwingen es mir gleich zu tun. Aber ich denke das dies auch nicht ganz so wichtig ist.

6.10.06 17:26





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